1.) How to Selfbondage

Methode des schmelzenden Eises, indirekte Wirkung (Bechermethode)

Wasser ändert seinen Zustand von fest zu flüssig bei den üblichen Zimmertemperatur von 20 °C recht langsam. Dies lässt sich nutzen, um ein zeitverzögertes Freigeben von z.B. Schlüsseln zu erwirken. Dazu werden die Enden von zwei Schnüren in einen Becher mit Wasser gehängt und eingefroren. Anschließend kann das eine Ende an der Zimmerdecke befestigt werden, am anderen Ende hängt ein Schlüssel. Ist das Eis bis zum bestimmten Grad abgeschmolzen, fällt die Schnur mit dem Schlüssel zu Boden und kann so erreicht werden. Wichtig ist es, den Schlüssel etwas zu beschweren, damit er erstens senkrecht zu Boden fällt und ein akustisches Signal von sich gibt. Vorteil: Die Methode ist mit sehr einfachen Mitteln realisierbar Nachteil: schwer vorhersagbar, selbst mit ausgiebigen Tests. Die Zeit hängt davon ab, wie die Schnüre im Eis liegen. Außerdem man an den Schlüssel gelangen können, nachdem er zu Boden gefallen ist.

Zahlenschlossmethode

Bei einem Zahlenschloss kann man sich zwei Aspekte zu nutze machen.

1. Wenn man den Code nicht kennt, dauert es lange, ihn durch Probieren herauszufinden. Bei einem Schloss mit drei Ziffern gibt es 1000 Möglichkeiten. Rechnet man mit 2 Sekunden pro Versuch dauert es eine gute halbe Stunde, bis alle durchprobiert sind. Statistisch findet man die Lösung nach der Hälfte der Zeit. Bei vier Ziffern sind es 10000 Kombinationsmöglichkeiten und man bräuchte schon mindestens fünf Stunden für alle Möglichkeiten. Vorteil: Keine Vorbereitung nötig, nur ein Zahlenschloss erforderlich. Nachteil: Man muss sich anstrengen und konzentrieren, um zu entkommen. Der Prozess ist sehr monoton und ermüdend. Es besteht die Gefahr, die richtige Kombination zu überspringen.

2. Wenn man den Code kennt, muss man das Schloss sehen können, um ihn einzugeben. Hier lässt sich die Dunkelheit nutzen, um den Befreiungsprozess zu verzögern. Dazu kann entweder eine Zimmerlampe an einer Zeitschaltuhr dienen oder das natürliche Licht zur Morgendämmerung. Sicherlich ist ein Probieren auch im Dunkeln möglich, deswegen sollte ein Schloss mit vier oder fünf Ziffern zum Einsatz kommen oder zwei Schlösser, die zur Befreiung beide geöffnet werden müssen. Zur Sicherheit sollten zwei unabhänge Zeitschaltuhren zum Einsatz kommen, falls eine nicht schaltet. Vorteil: Die Zeit bis zur Befreiung lässt sich sehr gut vorhersagen. Nachteil: Es muss Sichtkontakt zum Schloss bestehen.

Uhr-Methode

Die Zeiger einer Analoguhr drehen sich. Ein Schlüssel an einen Zeiger gehängt könnte nach einer gewissen Zeit zu Boden fallen. Vorteil: Zeitdauer lässt sich gut beeinflussen. Nachteil: Eine Uhr ist ein mechanisches System und kann versagen. Der Schlüssel muss nach dem Herunterfallen erreichbar sein.

Methode der räumlichen Entfernung

Statt einen Schlüssel für eine Zeit unerreichbar zu platzieren kann er auch einfach an einem anderen Ort hinterlegt sein, zu dem man sich hinbewegen muss, was auch wiederum Zeit kostet. Zum Beispiel muss man durch einen Wald spazieren oder durch das Haus robben. Die Bewegungsfähigkeit kann vorher so weit eingeschränkt sein, dass auch kurze Wege entsprechend lange dauern. Vorteil: keine Vorrichtung nötig, die Zurücklegung des Weges kann als zusätzlicher Aspekt den Nervenkitzel erhöhen. Nachteil: Es ist eine gute Planung erforderlich. Will man nicht von anderen gesehen werden, ist die Methode nur sehr eingeschränkt möglich. Nur wenig Fesselszenarien lassen sich anwenden, weil man stets bewegungsfähig bleiben muss.

Handymethode

Der Vibrationsalarm eines Handys kann als Befreiungsmethode angewendet werden. Dazu liegt ein Handy auf einer Tischkante, darunter ein Schlüsselring mit dem Befreiungsschlüssel, der in der Luft baumelt, platziert. Vibriert das Handy zu einer fest programmierten Zeit, rutscht es weg und der Schlüssel fällt zu Boden. Wichtig ist, dass schon am Anfang der Schlüssel in der Anordnung kaum festen Halt findet, damit er bei der geringsten Bewegung herunterfällt. Vorteile: Sehr genau einstellbare Zeitdauer, einfache Verfügbarkeit. Nachteile: Moderne Smartphones können sich aufhängen, Gefahr der Fehlprogrammierung

2.) FAQ

Was ist Selfbondage?

Wie die deutsche Übersetzung Selbstfesselung schon verrät, geht es darum, die eigene Bewegungsfreiheit ohne die Mithilfe von anderen Menschen einzuschränken. Dabei steht entweder kein Partner zur Verfügung, der ihm bei der Fesselung helfen könnte oder aber der Partner teilt die sexuellen Vorlieben nicht. Ziel ist ein Kick, der durch die Bewegungsunfähigkeit erreichbar ist, z.B. ein Orgasmus sein, wobei dies nicht zwingend Ziel der Praktizierenden ist.

Die Problematik dabei: Einerseits ist ein Entkommen nicht gewünscht, um das Prickeln zu erhöhen, andererseits muss eine die Befreiung nach einer bestimmten Zeit möglich sein. Daher muss der Praktizierende eine Möglichkeit besitzen, die Fesseln zu lösen oder aber einen Mechanismus verwenden, die die Selbstbefreiung nach einer gewissen Zeit erlaubt.

Welche Möglichkeiten der Selbstfesselung gibt es?

Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt und hängen allein von der Fantasie der Praktizierenden ab. Es gibt zum Beispiel Menschen, die sich sehr komplexe Szenarien ausdenken, in denen sie mit absichtlich eingeschränktem Seh- und Hörvermögen durch ihr Haus robben müssen, um Schlüssel zu finden, die nach und nach bestimmte Fesseln lösen, wodurch sich ihr Bewegungsspielraum erhöht, um wieder andere schwerer zugängliche Schlüssel zu finden. Solche Szenarien bedürfen einer sorgfältigen Vorbereitung und beinhalten immer das Risiko, ein Detail zu übersehen, wodurch sich gefährliche Situationen ergeben können.

Welche Gefahren birgt Self-Bondage?

Dadurch, dass eine Befreiung idealerweise während einer bestimmten Zeit möglichst schwer oder auch unmöglich sein soll, kann es zu diversen kritischen Situationen kommen. Der Extremfall wäre ein Feuerausbruch oder eine andere Naturkatastrophe, wo schnelles Flüchten überlebenswichtig ist. Außerdem kann die Dauer der Selbstfesselung selbst zum Problem werden. Durch enge oder einschnürende Halsbänder und Knebel droht Erstickungsgefahr, gefesselte Hände können einschlafen, man kann einen Schwächeanfall oder Herzinfarkt erleiden.

Auch wird es brenzlig, wenn eine vorher erdachte Ausbruchmöglichkeit nicht so funktioniert, wie erwartet, man z.B. an einen Schlüssel doch nicht herankommt oder die Handschellen zu eng sind, um sie hinter dem Rücken zu öffnen. Wenn dann keine Backup-Methode vorhanden ist und man andere Menschen nicht alarmieren kann, wird es lebensgefährlich. Es sind zahlreiche autoerotische Unfälle mit Todesfolge bekannt. Häufig kommt es zu einer ungewollten Strangulation, weil z.B. die Halsfesseln zu eng geschnürt wurden. Während ein Sauerstoffmangel in den ersten Sekunden einen besonderen Kick geben kann, ist er darüber hinaus sehr gefährlich. Kommt es erstmal zur Ohnmacht und damit zur Muskelentspannung, können sich die Fesseln noch enger schnüren.

Worauf muss man bei Selfbondage achten?

Es gelten wie auch anderen BDSM-Praktiken viele Sicherheitregeln und ein vorsichtiges und überlegtes Handeln als oberstes Gebot. Was in der Fantasie als gute Idee erschien, kann in der Realität möglicherweise schnell zu viel werden. Daher ist es wichtig, sich ganz langsam voranzutasten und sich selbst gut kennen zu lernen. Außerdem muss immer möglichst mehr als eine zweite Ausbruchmöglichkeit vorhanden sein, die in jedem Fall funktioniert. Davon existieren zahlreiche Varianten. Inzwischen stehen am Markt auch fertige Lösungen zur Verfügung, die eigensicher sind, das heißt, Fehler, die dazu führen, dass der Mechanismus nicht öffnet, sind physikalisch ausgeschlossen.

Was ist ein fehlersicherer Öffnungsmechanismus (engl. failsafe)?

Ein Beispiel ist das Prinzip des schmelzenden Eises. Es gibt keine physikalische Möglichkeit, wie das Eis nicht schmelzen könnte, solange die Raumtemperatur nicht schlagartig fällt. Die Gefahr besteht dann lediglich darin, dass das Öffnen länger dauert, als erwartet. Dies kann jedoch mit Tests ausgeschlossen werden. Das zweite physikalische Prinzip ist ein Elektromagnet, der mit einer Batterie versorgt wird. Die Batterie entleert sich zwangsläufig und gibt so nach einer Zeit den Elektromagneten frei, auch wenn ein Teil versagt, z.B. das Kabel.